Umweltschutzpreis 2012

Fünf Preisträger wurden am Montagabend von Oberbürgermeister Guido Till mit dem Umweltschutzpreis 2012 ausgezeichnet. „Sie haben sich mit vorbildlichen Ideen viele Gedanken zum Umweltschutz gemacht“, würdigte das Stadtoberhaupt die Preisträger. Dotiert ist der Umweltschutzpreis, der zuletzt im Jahr 2008 ausgelobt wurde, mit 2.500 Euro.

Die Ausschreibung richtete sich an die Einwohner/-innen der Stadt, aber auch an ortsansässige Firmen und Vereine, an Schulklassen, Kindergärten oder sonstige Gruppierungen, die sich über den üblichen Umfang hinaus für die Belange des Umweltschutzes engagiert haben oder noch engagieren wollen. Der Phantasie und Kreativität wurden dabei bewusst keine Grenzen gesetzt, entsprechend breit gefächert sind die Ideen, die eingereicht wurden. „Umweltschutz geht uns alle an“, bekräftihte Till, und weiter: „ Jeder kann schon mit einfachen Mitteln und Verhaltensweisen aktiv seine und unser aller Umwelt schützen!“ Erfreut zeigte er sich, dass in diesem Jahr zahlreiche Kinder aus Schulen und Kindergärten teilgenommen haben. Gerade der Umweltschutz lebt davon, dass viele Menschen ihn zu ihrer Sache machen. Schließlich gilt es, die Folgen des eigenen Eingreifens in die Natur zu beheben. Auch die Stadtverwaltung, so der Rathauschef, unternimmt viele Schritte in Richtung Nachhaltigkeit, um das natürliche Lebensumfeld zu erhalten. Beispielhaft verwies Till auf den Erhalt wertvoller Biotopflächen und die Pflege des Naturschutzgebiets Spielburg am Fuße des Hohenstaufen, auf das Extensivierungsprogramm Bezgenriet als kommunales Förderprogramm zum Schutz der Gewässerrandstreifen, aber auch auf das städtische Energiemanagement und auf die Stelle eines Energieberaters. Gewässerrenaturierungen und Hochwasserschutz stehen ebenfalls auf der Tagesordnung. So sind im Zuge des Landschaftsparks Fils zahlreiche Maßnahmen zur Aufwertung des Flusses in Göppingen angedacht; das größte Projekt, die Filsaufweitung beim Christophsbad mit knapp einer Million Euro Bausumme, soll im kommenden Jahr begonnen werden. Seinen Dank sprach OB Till dem städtischen Umweltbeauftragten Gunnar Herbert aus, der sich sowohl beruflich als auch privat in herausragender Weise für den Umwelt- und Naturschutz einsetzt und das Umweltschutzpreis-Auswahlverfahren durchführte.

Auszeichnungen

Fünf Projekte wurden mit dem Umweltschutzpreis der Stadt Göppingen in diesem Jahr ausgezeichnet und erhielten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro. Seit der erstmaligen Verleihung des Umweltschutzpreises im Jahre 1985 war es die zwölfte Vergabe; im Laufe der Jahrzehnte hat die Stadt rund 30.000 Euro an Preisgeldern ausgeschüttet, bilanzierte Herbert.

Die Umweltschutzaktivitäten der Klasse 4a der Ursenwangschule erfolgt in verschiedenen Bereichen. Einen Schwerpunkt stellt das Energiesparen dar; die Aktion Prima Klima wird seit drei Jahren intensiv und mit beachtlichen Erfolgen betrieben. Über die Themen Schulgarten, Kompost und Schulbiotop mit verschiedenen Nisthilfen für Tiere wie Wildbienenhaus und Igelhöhle, wurde den Schüler/-innen der Bezug zur Natur vermittelt. Zudem wurde eine Umwelt-AG gegründet.

Der Obst- und Gartenbauverein Hohenstaufen leistete mit der Neuanlage eines Kernobstlehrpfads mit 61 Hochstämmen alter Apfel- und Birnensorten am Aasrücken einen wichtigen Beitrag zum Erhalt alter Obstsorten und zur Wissensvermittlung um den gefährdeten Streuobstbau. Das Engagement umfasst auch die Pflege, also den Schnitt der Bäume und des Unterwuchses, städtischer Obstbäume um Hohenstaufen und die Aufwertung des Dorfgrüns mit Pflanzungen von Gingko und Speierling in der Dorfmitte.

Die Kinder im Waldkindergarten Göppingen lernen durch den täglichen Aufenthalt im Wald die Natur intensiv kennen. Durch den Bau von Nisthilfen, eines „Futter-Tipis“ aus Brennnesseln für Schmetterlinge oder eines „Insektenhotels“ durch Kinder, Erzieherinnen und Väter kann die Lebensweise einzelner Tiere genau beobachtet werden. Die Einrichtung bietet eine sehr naturbezogene Erziehung, die den Grundstein für mehr Naturverständnis im weiteren Leben legt. Es gibt tägliche Wanderungen im Wald; dabei wird auch Müll eingesammelt.

Der Kindergarten Pfiffikus in Holzheim griff im Rahmen der Umwelterziehung das Thema „Was kriecht, krabbelt und fliegt in der Natur“ auf. Dazu gab es auch einen Eltern-Kind-Nachmittag, für das die Kinder großes Interesse zeigten. Der Bau eines Insektenhotels bildete den Schwerpunkt zum Thema, das mit vielen weiteren Aktionen inhaltlich vertieft wurde. So wurden Geschichten gelesen, Bilder gemalt, Lieder gesungen und es gab Mal- und Turnübungen beziehungsweise Spiele über Insekten.

Die Auszubildenden des Landkreises vertieften in berufsübergreifender Zusammenarbeit den fachlichen Hintergrund zur Erhöhung der Biodiversität generell und schwerpunktmäßig in einer Streuobstwiese. So wurde eine 80 ar große städtische Streuobstwiese im Haier von Azubis aller Fachbereiche des Landratsamts bewirtschaftet. Alte Bäume wurden erhalten, das Totholz dient als Lebensraum für Tiere. Brombeeren und Gebüsch wurden gerodet und im Sommer wurden die Schnitt- und Mäharbeiten übernommen. Zudem wurde das Obst geerntet und für die Herstellung von Apfelsaft verwendet; der Erlös daraus wird Streuobstprojekten gespendet. Das Projekt hat Vorbildcharakter und wirkt durch die angesetzte Projektdauer von mehreren Jahren nachhaltig.

Umrahmt wurde die Feierstunde vom Klarinettenquintett der städtischen Jugendmusikschule unter Leitung von Christine Sparr.

Downloads

Typ Name Datum Größe
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pdf Vergaberichtlinien.pdf 09.07.2012 77 KB

  

Ansprechpartner

Henry Mutke
07161 650-770
HMutke@Goeppingen.de

Umweltbeauftragter

Gunnar Herbert
07161 650-773
GHerbert@Goeppingen.de

Links

Göppinger Apfelsaft