Energie aus Abwasserwärme

Thomas Herp, Geschäftsführer der Herp GmbH & Co KG aus Salach, erläutert die Anlage, Peter Naab von den Stadtwerken Göppingen. Foto: Hinrichsen

Die Anlage ist in dieser Größe einmalig: Die Kreissparkasse bezieht etwa die Hälfte ihrer Heiz- und rund 40 Prozent ihrer Kühlenergie aus der Abwärme von Abwasser. Rund 600.000 Euro haben die Stadtwerke Göppingen investiert, wie Baubürgermeister Helmut Renftle vor Ort erläuterte.

Dennoch ist die bezogene Energie nicht teurer als konventionell erzeugte Energie, freute sich Dr. Hariof Teufel, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse, beim Pressetermin im KSK-Keller. Zwischen 15 und 20 Millionen Kubikmeter Abwasser fließen jährlich in Göppingen Richtung Kläranlage. Das Abwasser hat eine konstante Temperatur von mindestens 15 Grad Celsius – Abwasser ist damit mehr als nur Abfall. Die Wärme des Abwassers nutzen die Stadtwerke nämlich zur Heizung und Kühlung des sanierten und erweiterten Kundenzentrums der Kreissparkasse. Auf einer Länge von 57 Metern wurden Wärmetauscher im neuen Großprofilkanal, der zwischen dem Bahnhof und dem Unteren Wehr verläuft, installiert. Durch das Abwasser wird das in den doppellagigen, rund fünf Millimeter starken Edelstahlplatten enthaltene Wasser aufgeheizt und über eine 200 Meter lange Verbindungsleitung zur Wärmepumpe in der KSK-Heizzentrale geführt. Dort wird die Wärme entzogen, durch einen Kompressor verdichtet und anschließend zur Heizung des Gebäudes genutzt. Gegenüber konventionell erzeugter Heiz- oder Kühlenergie werden dadurch 140 Tonnen Kohlen(stoff)dioxid, also CO<sub>2</sub>, eingespart. Und die im Abwasser verbleibende Wärme reicht aus, um auch weitere neue Gebäude in Bahnhofsnähe, wie das mögliche Rathaus II, mit nachhaltig erzeugter Energie zu versorgen.

  

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