Sicherheitsbefragung 2025

Die Ergebnisse der im Rahmen des Projekts „Masterplan Sicherheit in Göppingen“ gemeinsam mit dem Institut für Kriminologische Forschung Baden-Württemberg (KriFoBW) durchgeführten Sicherheitsbefragung liegen vor.

Im Juli und August 2025 wurden 15.000 zufällig ausgewählte Einwohnerinnen und Einwohner ab 14 Jahren angeschrieben. Die Teilnahme war online oder per Papierfragebogen möglich.

3.292 Personen nahmen teil. Das entspricht einem Rücklauf von 22,2 Prozent – ein für sozialwissenschaftliche Befragungen sehr guter Wert. Die hohe Beteiligung zeigt das große Interesse der Bürgerschaft an Sicherheit und Lebensqualität.

Die Befragung ist Teil des kommunalen Sicherheitsaudits und bildet die Grundlage für weitere zukünftige Präventionsmaßnahmen.

Was ist eine Sicherheitsbefragung?

Ziel und Zweck der Sicherheitsbefragung ist es, aussagekräftige Lagebilder zu erhalten, die Wirkung polizeilicher Maßnahmen – insbesondere der Kriminalprävention – belastbarer abzuschätzen sowie Zeugen- und Opferverhalten besser einordnen zu können. Neben dem Kernthema der Dunkelfeldforschung ist die Messung des Sicherheitsgefühls ein Schwerpunkt der ersten Göppinger Sicherheitsbefragung. 

Sicherheitsgefühl

Die Kriminalitätsfurcht liegt im Vergleich mit anderen Städtebefragungen der vergangenen Jahre in einem ähnlichen, oberen Bereich. Unter Berücksichtigung der besonderen gesellschaftlichen Krisenlage wird die subjektive Sicherheitslage insgesamt als gut eingeschätzt, zeigt jedoch Verbesserungspotenzial.

Unterschiede zeigen sich insbesondere in der Innenstadt: Tagsüber fühlt sich etwa ein Viertel der Befragten unsicher, nachts steigt dieser Anteil auf etwa drei Viertel. Personen, die sich selten in der Innenstadt aufhalten, empfinden dort deutlich mehr Unsicherheit als Personen, die regelmäßig dort sind. Dies deutet darauf hin, dass es stereotype Vorstellungen über eine vermeintlich unsichere Innenstadt gibt.

Ursachen der Kriminalitätsfurcht

Wesentliches Ziel der Sicherheitsbefragung ist das Benennen zentraler Ursachen der Kriminalitätsfurcht um gezielt Präventionsmaßnahmen einleiten zu können. Als belastend werden in Göppingen insbesondere respektloses Verhalten im öffentlichen Raum, Drogen- und Alkoholkonsum im öffentlichen Raum im Bereich von Bahnhof und ZOB, sowie Verschmutzung von Straßen und Grünanlagen wahrgenommen.

Regionale Unterschiede in der Kriminalitätsfurcht

Die Kriminalitätsfurcht ist innerhalb der Stadt unterschiedlich ausgeprägt. Höhere Werte zeigen sich im Zentrum und in der Südstadt. Besonders der Bereich rund um Bahnhof (inkl. Bahnhofsteg) und ZOB wird als belastet wahrgenommen. Am geringsten ist die Kriminalitätsfurcht in Maitis mit Lenglingen, Hohenstaufen mit Hohrein und Bezgenriet mit Schopflenberg.

Demographische Unterschiede in der Kriminalitätsfurcht

Eine vergleichsweise hohe Kriminalitätsfurcht und hohe Opferraten findet man in der Gruppe der jungen Frauen, insbesondere solche mit Migrationshintergrund. Diese Erkenntnisse ermöglichen zielgruppenspezifische Präventionsmaßnahmen.

Lebensqualität

Die Einschätzung der Lebensqualität in Göppingen ist gut und mit anderen Kommunen vergleichbar. Gleichzeitig fällt die Bewertung der Gesamtstadt deutlich kritischer aus als die Bewertung der Stadtteile. Dies bedeutet: Es gibt stereotype Vorstellungen über eine vermeintlich unsichere Innenstadt und über die vergleichsweise niedrige Lebensqualität in der Gesamtstadt im Vergleich zur Lebensqualität in den Stadtteilen. Über 80 Prozent der Vorschläge zur Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität beziehen sich auf die Gesamtstadt. Unter den Stadtteilen und -bezirken richten sich die meisten Vorschläge auf das Zentrum. Jeder dritte Vorschlag bezieht sich auf den Wunsch nach mehr Kontrollen durch Polizei und Gemeindevollzugsdienst sowie stärkere Verkehrssicherheitsmaßnahmen und eine konsequente Ahndung von Verstößen. Es wurden häufig Vorschläge zur Verbesserung der Ästhetik des öffentlichen Raums (Begrünung, Sauberkeit, Stadtgestaltung) sowie zu Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität und Infrastruktur des Straßenverkehrs eingereicht.

Das Gutachten

Befragungsgebiet